RMINE
Siegfried Gaida, Thermokon GmbH
November 2014

Nachhaltige Objekte erhöhen Komfort und Produktivität

Anlagentechnik, Automation und der Nutzer sind die Triebkräfte für maximale Effizienz im nachhaltigen Gebäude, dementsprechende Messpunkte (Sensoren) werden immer wichtiger. Siegfried Gaida 

Warm im Winter, kühl im Sommer, beste Luft und Lichtverhältnisse zu jeder Tageszeit, so wünscht man sich den idealen Arbeitsplatz. Die besten Verhältnisse am Arbeitsplatz finden sich dort, wo Nutzer das Raumklima mitgestalten können. Die Interessen der Benutzer eines Gebäudes weichen oft von denen der Errichter und Bewirtschafter ab, das Raumklima ist selten ideal.

An heißen Sommertagen leiden wir in nicht klimatisierten Büros häufig unter ansteigenden Innentemperaturen, in Gebäuden mit Klimaanlage wird das Komfortmaß hingegen fast nie ausgereizt. Im Winter entstehen oft noch größere Probleme, so gut wie alle Arbeitsplätze sind zu warm. In der Zwischenzeit zeigen viele Studien und auch der gefühlte Hausverstand, dass in untersuchten Gebäuden übermäßig geheizt wird. Das Temperaturniveau von 21 bis 23° C wir so gut wie nirgends vollständig eingehalten, nur in den besten Fällen wird dieser Bereich erreicht. Es geht aber nicht nur um die Temperatur, zu warme Büroluft hat einen unerwünschten Nebeneffekt, die Luft ist zu trocken und CO2-geschwängert. Fast alle Untersuchungen haben gezeigt, dass die relative Luftfeuchtigkeit durchwegs bei 30 Prozent liegt, komfortable Arbeitsbedingungen werden zwischen 40 bis 60 Prozent verstanden. Der empfohlene CO2-Gehalt von 1.000 ppm wird relativ konstant über den ganzen Tag erheblich überschritten. Dass gewisse Randbedingungen zwingend einzuhalten sind, haben Arbeitsmediziner längst bewiesen. In überhitzten Büros kann die Arbeitsleistung um bis zu 30 Prozent sinken, auch wird vor schleichenden Gesundheitsproblemen und unangenehmen Folgen für Unternehmen gewarnt, wenn das Raumklima andauernd schlecht ist.

Selber mitbestimmen

Immer weniger Leute wissen, wie das Gebäude, in dem sie sich tagsüber befinden, eigentlich funktioniert. Eine Studie der Universität Karlsruhe über die Nutzerzufriedenheit in Bürogebäuden bestätigt diesen Befund. Zufriedener ist, wer das Klima am Arbeitsplatz selbst einstellen kann. Generell wird daher empfohlen, dass sich Neubauten natürlich belüften und die Temperaturen individuell regulieren lassen. Ebenso sollen kleine Büroeinheiten und differenziert gestaltete Zonen die Zufriedenheit am Arbeitsplatz fördern.

Der Nutzer muss wissen, wie das Gebäude funktioniert, ebenso wie sich das eigene Verhalten auf den Komfort am Arbeitsplatz auswirken kann. Das optimale Gleichgewicht zwischen Nachhaltigkeit, Komfort, Produktivität und Verbesserung der Image-Werte werden nur dann erreicht, wenn wir in keinem Fall der Versuchung nachgeben, einen umfassenden Indikator für Lebensqualität im Gebäude oder etwas Vergleichbares zu entwickeln, so einfach das auch sein mag.


Lesen Sie in Kürze Teil 2: Nachhaltiges Monitoring erhöht Komfort und Produktivität