RMINE
Stephan Heid, IG LEBENSZYKLUS HOCHBAU, Heid Schiefer Rechts­anwälte
November 2014

Entscheidungsgrundlagen zukunftsfit machen

Stephan Heid, IG LEBENSZYKLUS HOCHBAU, Heid Schiefer Rechtsanwälte:

Was waren wichtige Ergebnisse der Arbeitsgruppe aus Ihrer Sicht?

HEID: Um das „wirtschaftlich günstigste Angebot“ im Sinn der neuen EU-Vergaberichtlinie ermitteln zu können, muss der Bauherr seine Entscheidungsgrundlagen zukunftsfit machen. Das heißt, er muss bereits in seinen Ausschreibungsunterlagen entscheiden, welche konkreten Daten zu Lebenszykluskosten von seinen Planern, Lieferanten, Werkunternehmern zu liefern sind.

Worin liegen noch die Schwierigkeiten der Vorgehensweise?

HEID: Das erfordert eine hohe Bestellqualität auf Auftraggeberseite und eine umfassende Bereitschaft der Anbieter, aussagekräftige Daten zur Verfügung zu stellen. Die Verantwortung für lebenszyklisches Bauen bleibt aber in allen Vergabemodellen immer beim Bauherren.

Wo kann sich der Bauherr in Zukunft bei einer Ausschreibung Hilfestellungen erwarten?

HEID: Es wird sich mit Sicherheit ähnlich wie beim Energieausweis ein Beratermarkt entwickeln, der Bauherren bei der Lebenszykluskostenrechnung unterstützen kann. Diese Beratungskosten spielt das Gebäude innerhalb kürzester Zeit wieder ein.