RMINE
Helmut Floegl, Donau-Universität Krems
November 2014

Klare Regeln für den öffentlichen Auftraggeber

Prof. Helmut Floegl, Donau Universität Krems:

Was bringen die Erläuterungen zur EU-Richtlinie vom Februar für die Praxis?

floegl: Die Lebenszykluskostenrechnung wird in der Praxis sowohl für den öffentlichen Auftraggeber als auch für die Anbieter Sicherheit für die Art und den Umfang und für die Wahl der Berechnungsparameter bringen. Damit kann die für den Auftraggeber langfristig günstigste Leistung beauftragt werden.

Eignen sich Lebenszykluskosten als Entscheidungsgrundlage nur fürs Billigstbieterverfahren oder auch fürs Bestbieterverfahren?

floegl: Wenn nur die niedrigsten Lebenszykluskosten als Vergabekriterium festgeschrieben werden, handelt es sich um ein Billigstbieterverfahren. Im Sinne der Strategie „Europa 2020“ für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum wird jedoch empfohlen, weitere soziale und ökologische Kriterien für eine Bestbietervergabe zu formulieren.

Worin besteht jedenfalls der Vorteil für den Bauherrn?

floegl: Bei den in den letzten Jahrzehnten errichteten Gebäuden sind die Folgekosten stärker als die Errichtungskosten gestiegen. Die Lebenszykluskostenrechnung ermöglicht die Bestimmung des langfristig wirtschaftlichsten Angebots und der langfristigen Leistbarkeit.