RMINE
Wolfgang Kradischnig, IG LEBENS­ZYKLUS HOCHBAU, DELTA
November 2014

Ressourcen schonen durch Revitalisierung

Wolfgang Kradischnig, IG LEBENSZYKLUS HOCHBAU, DELTA, und Leiter der Arbeitsgruppe Revitalisierung, im Kurzinterview.

Was genau versteht man unter Revitalisierung? 

Kradischnig: Über lange Zeit hat man in der Baubranche allumfassend von Sanierungen gesprochen. Nach und nach hat sich aber gezeigt, dass Sanierung nicht gleich Sanierung ist. Wenn wir von Sanierung sprechen, dann meinen wir, dass bei einem Gebäude lediglich erneuerungsbedürftige Bauteile ausgetauscht werden. Revitalisierung hingegen ist die Umgestaltung eines Gebäudes im Sinne einer zeitgemäßen Nutzung, mit Blick auf den gesamten Gebäudelebenszyklus.

Wann ist eine Revitalisierung sinnvoll?

Kradischnig: Im Sinne der Ressourcenschonung ist es am sinnvollsten, an einem Standort zu bauen, wo bereits ein bestehendes Gebäude an diverse Infrastrukturen angebunden ist. Neubauten sind im Vergleich dazu weniger nachhaltig, da unberührte Bereiche und Grünflächen bebaut werden und erst erschlossen werden müssen. Die Baubranche ist dazu angehalten, bestandsmäßig zu verdichten. Revitalisierungen sind sinnvoll, wenn der Altbestand in einem Zustand ist, der eine langfristige Lebensdauer des Gebäudes sicherstellt und die Revitalisierung im Vergleich zum Neubau eine Ressourcenschonung – auch im Hinblick auf die Kosten – ermöglicht. Das Gebäude sollte nach der Revitalisierung nicht nur die aktuellen Anforderungen, sondern im Idealfall auch – bei einer bewusst flexiblen Betrachtung – die in der Zukunft auftretenden Anforderungen erfüllen können.

Welche zukünftigen Entwicklungen sehen Sie? 

Kradischnig: Heute nehmen Revitalisierungen eine zunehmend wichtigere Stellung ein. Angesichts der Tatsache, dass Rohstoffe kontinuierlich teurer werden und ein schonender Umgang mit vorhandener Substanz ein immer zentraleres Gebot wird, gehe ich davon aus, dass die Anzahl der Sanierungen/Revitalisierungen steigen wird.